Satirische Kurzdoku & Unterschriftenliste

"ZU VIEEL ISST ZU WNIG - Kleinbauern säen die Zukunft." Das war das Motto, unter dem am Samstag, 11. Mai 2013 der 18. Weltladentag / Internationale Tag des Fairen Handels stattfand.

Im Weltladen Freising wurde an diesem Tag den Kampagnenfilm "Agraprofit" gezeigt: Diese satirische Kurzdoku eroberte die Sozialen Medien im Sturm und ist absolut sehenswert. Deshalb werden wir den Link zum Film bis zum Ende der Kampagne auch auf unserer Homepage belassen. Zum Inhalt: Das fiktive Unternehmen „Agraprofit“ ist neu auf dem Markt und hat ein innovatives Verkaufskonzept:  Richtig  billige Produkte und gleichzeitig volle Transparenz der Produktionskette. Am Marktstand weisen Schilder neben den Produkten auf die Hintergründe der Produktion hin: „Kinderarbeit? - Dann sind sie wenigstens weg von
der Straße!“ oder „Wertvolle Haltung auf engstem Raum“ bei Eiern. 

Außerdem liegt weiterhin die Unterschriftenliste im Weltladen Freising aus, mit der die neue Bundesregierung im Herbst aufgefordert werden soll, sich - national und international - für eine umweltverträgliche, klima- und standortangepasste kleinbäuerliche Landwirtschaft sowie für die weltweite Verbreitung der Prinzipien des Öko-Landbaus und des Fairen Handels einzusetzen. Wir würden uns freuen, wenn viele die Kampagne von Weltladen-Dachverband und Naturland unterstützen!

Leitfragen der Kampagne:
• Wie kann es sein, dass die Land-
wirtschaft weltweit genug Nah- 
rungsmittel für alle Menschen pro-
duziert und dennoch 870 Millionen
Menschen an Hunger leiden?
• Wieso leiden gleichzeitig mindes-
tens ebenso viele Menschen an
Übergewicht und seinen gesund-
heitlichen Folgen?
• Wieso landet in den Industrielän-
dern ca. 1/3 der Lebensmittel im
Müll?
• Warum setzen die Industrieländer
weiterhin auf industrielle, mono-
kulturelle Massenproduktion unter
massivem Einsatz von Energie und
Pestiziden, obwohl die fossilen Res-
sourcen, die dafür in hohem Maße
eingesetzt werden, immer knapper
werden und die Umweltschäden
solcher Produktionsmethoden dra-
matisch sind?

Unsere Antwort darauf lautet:

Die Lösung der weltweiten Ernährungskrise liegt nicht in einer endlosen technologischen Intensivierung der Landwirtschaft
(vorwiegend in den Industrieländern), sondern darin, die lokale Nahrungsmittelproduktion und kleinbäuerliche Strukturen (in Entwicklungsländern) zu fördern. Hunger und Armut sind in den meisten Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas eine Frage der regionalen Selbstversorgung. Der Faire Handel beweist, dass Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit ökologischen Anbaumethoden ihre eigene Ernährung souverän sichern und zusätzlich Einnahmen generieren können, die sie für Investitionen in ihre Zukunft brauchen, zum Beispiel für Bildung, Gesundheit und technische Ausstattung. Wo Kleinbauern genügend Land, Wasser, Geld und Arbeitsgeräte zur Verfügung stehen, produzieren sie einen deutlich höheren Nährwert pro Hektar als die industrielle Landwirtschaft.

 

Die Forderung:
Wir fordern die Bundesregierung daher auf, sich mit dem Ziel einer zukunftsweisenden Ernährungssicherung auf nationaler und internationaler Ebene für eine umweltverträgliche, klima- und standortangepasste kleinbäuerliche Landwirtschaft sowie für die weltweite Verbreitung der Prinzipien des Öko-Landbaus und des Fairen Handels einzusetzen.
Mit diesen drei Forderungen will sich Naturland und der Weltladen-Dachverband im Anschluss der Bundestagswahl im September 2013 an die neue Bundesregierung wenden und so die Anliegen des Fairen Handels und des Öko-Landbaus in die politische Diskussion einbringen:

1. Rechte von Kleinbäuerinnen stärken. Wir fordern eine deutsche und europäische Handels- und Agrarpolitik, die den Aufbau
lokaler Märkte und regionaler Wertschöpfungsketten in Entwicklungsländern ermöglicht.
Dazu gehören: gerechte Welthandelsregeln, das Unterbinden von großflächigen Landnahmen und Nahrungsmittelspekulationen, der
Verzicht auf weitere Marktöffnungen in Entwicklungsländern und die Abschaffung der Agrarexportförderung in Europa.


2. Kleinbäuerliche Wirtschaftsweisen fördern statt Agrarindustrie. Wir fordern mehr Investitionen in eine agrarökologisch
ausgerichtete Beratung, in die Weiterbildung von Kleinbäuerinnen und mehr Mittel für Kleinkreditprogramme.


3. Umwelt- und klimafreundliche Lebensmittelproduktion weltweit fördern. Wir fordern mehr Forschungsgelder für ökologischen
Landbau, auch in Trockengebieten und tropischen Klimazonen. Kleinbäuerinnen müssen zudem bei den notwendigen Anpassungsstrategi-
en an den Klimawandel finanziell, fachlich und technisch unterstützt werden.


Zum Abschluss der Kampagne im Herbst 2013 sollen der neuen Bundesregierung dann die Forderungen und die gesammelten Unterschriften überbracht werden.

(Quelle: Weltladen-Dachverband)